Die Wellen von 2020 bis heute, wie viele Menschen mehr gestorben sind als zu erwarten war, wer wann geimpft wurde – und was über
Nebenwirkungen und Impfschäden bekannt ist. Mit den amtlichen Daten und dem, was sie nicht zeigen können.
Die Wellen
Nach Alter
Heute: Viruslast im Abwasser
Seit kaum noch getestet wird, zeigt das Abwasser das Geschehen am besten – im Vergleich mit Grippe und RSV
(jeweils normiert, nicht untereinander vergleichbar)
Belegung der Intensivstationen
Betten mit COVID-19-Patienten, übrige belegte und freie Betten (Wochenmittel, Deutschland)
Quellen: Robert Koch-Institut (gemeldete Fälle nach Meldedatum, Todesfälle nach Sterbewoche, 7-Tage-Hospitalisierung, Abwassersurveillance
AMELAG), DIVI-Intensivregister; alle CC BY 4.0. Gemeldete Fälle hängen stark davon ab, wie viel getestet wird – seit 2023 ist das wenig.
Als Corona-Todesfall zählt, wer mit nachgewiesener Infektion gestorben ist, ob „an“ oder „mit“ Corona. Die Varianten sind nach den
RKI-Wochenberichten ab der Woche eingetragen, in der sie die Mehrheit stellten.
Sterbefälle je Woche
Mehr Sterbefälle als erwartet – je Jahr
Zwei Rechenwege im Vergleich zu den Corona-Todesfällen laut RKI
Warum die Rechenweise so viel ausmacht
Im EU-Vergleich
Je Monat
Sterbefälle über (+) oder unter (−) dem Durchschnitt 2016–2019, in %
Quellen: Statistisches Bundesamt und Eurostat (Sterbefälle je Woche, Bevölkerung nach Alter), Robert Koch-Institut (Corona-Todesfälle),
Eurostat (Übersterblichkeit je Monat). Altersbereinigt bedeutet hier: Die Sterberaten 2016–2019 jeder Altersgruppe (unter 65, 65–74,
75–84, 85+) werden auf die Bevölkerung des jeweiligen Jahres angewandt. Das ist eine einfache, nachvollziehbare Rechnung – genauere
Modelle (z. B. mit Trend der Lebenserwartung) kommen zu leicht anderen Ergebnissen. Die letzten Wochen sind vorläufig.
Impfungen je Woche
nach Impfserie, Deutschland
Nach Impfstoff
Anteil an allen verabreichten Dosen
Je Land
Impfquoten nach Alter und Land
Quelle: Robert Koch-Institut, Digitales Impfquotenmonitoring (27.12.2020 bis 08.07.2024, danach eingestellt), CC BY 4.0. Die Impfungen
sind dem Land und Kreis zugeordnet, in dem geimpft wurde, nicht dem Wohnort – Stadtstaaten mit vielen Pendlern liegen deshalb zu hoch
(Bremen über 100 %). Die Bundeswehr und Bundesbehörden haben gut 0,5 Mio. Dosen ohne Land gemeldet.
1 · Gemeldet
Ärzte, Geimpfte und Angehörige melden dem Paul-Ehrlich-Institut jeden Verdacht, auch wenn
ein Zusammenhang unwahrscheinlich ist. So fallen seltene, unbekannte Risiken früh auf. Eine Meldung ist aber kein
Nachweis: Nach 197 Mio. Impfungen erkranken auch ohne Impfung viele Menschen zufällig in den Tagen danach.
2 · Bestätigt
Ob eine Nebenwirkung wirklich durch die Impfung entsteht, zeigen erst Studien, die Geimpfte mit Ungeimpften
vergleichen. So wurden die Herzmuskelentzündungen nach mRNA-Impfung und die Thrombosen nach
Vektor-Impfstoffen bestätigt – die Empfehlungen wurden daraufhin geändert.
3 · Anerkannt
Wer einen dauerhaften Gesundheitsschaden auf die Impfung zurückführt, kann beim Versorgungsamt seines Landes
eine Entschädigung beantragen. Anerkannt wird, wenn der Zusammenhang wahrscheinlich ist. Eine amtliche
Bundesstatistik darüber gibt es nicht.
Verdachtsmeldungen je 1.000 Impfungen
Die Melderaten der Impfstoffe sind nur bedingt vergleichbar: Nach den Berichten über
Thrombosen im Frühjahr 2021 wurde zu AstraZeneca besonders viel gemeldet; angepasste Impfstoffe bekamen vor allem schon
mehrfach Geimpfte.
Wie ging es den Betroffenen?
Ausgang laut letzter Information zu jeder Meldung
Die häufigsten gemeldeten Erkrankungen von besonderem Interesse
Verdachtsmeldungen je 100.000 Impfungen – zum Vergleich: Viele dieser Erkrankungen sind auch ohne Impfung
häufig (z. B. Gürtelrose, Schlaganfall, Lungenembolie). Rot: als seltene Nebenwirkung bestätigt
Verdachtsfälle mit tödlichem Ausgang
„Post-Vac“
Bestätigte, seltene Nebenwirkungen
Anträge auf Anerkennung eines Impfschadens
Anträge und Anerkennungen
Erhebungen
Kreise und Länder, nicht Menschen. Wenn Kreise mit niedriger Impfquote mehr Corona-Tote hatten, heißt das nicht, dass dort
die Ungeimpften gestorben sind – und umgekehrt. Alter, Vorerkrankungen, Pflegeheime, Grenzlage und der Zeitpunkt der Wellen spielen mit.
Ursachen lassen sich nur mit Daten über einzelne Menschen klären.
Die Länder: Impfquote und Sterblichkeit
Die Übersterblichkeit der Länder ist nicht altersbereinigt (die Altersgruppen liegen für Länder
erst ab 2021 vor). Im Osten ist die Bevölkerung älter und altert schneller, das allein erhöht dort die Zahl der Sterbefälle.
Andere Krankheiten verschwanden – und kamen zurück
Gemeldete Fälle je Jahr, 2019 = 100 (logarithmisch)
Abstand, Masken und geschlossene Schulen bremsten auch Grippe, Keuchhusten und Noroviren.
Danach fehlte vielen die Immunität – 2023 und 2024 gab es Rekordwellen. Zu den Krankheiten
Wirtschaft: Einbruch 2020
Im zweiten Quartal 2020 brach die Wirtschaftsleistung so stark ein wie nie seit Bestehen der
Bundesrepublik; Kurzarbeit verhinderte einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zur Wirtschaft
Schule: bessere Noten, schlechtere Tests
Abiturdurchschnitt (links, kleiner ist besser) und PISA-Mathematik (rechts)
2020 bis 2022 galten Corona-Erleichterungen im Abitur. Der PISA-Test 2022 maß den
tiefsten Stand in Mathematik; der Rückgang hatte aber schon vor Corona begonnen. Zur Bildung
Die Maßnahmen im Überblick
Quellen: Robert Koch-Institut (Fälle, Todesfälle, Hospitalisierung, Impfungen, Abwasser) · DIVI-Intensivregister · Paul-Ehrlich-Institut
(Verdachtsmeldungen) · Statistisches Bundesamt und Eurostat (Sterbefälle, Bevölkerung, Übersterblichkeit) · Medienrecherchen bei den
Versorgungsämtern (Impfschäden), jeweils angegeben.